Ein positiver HIV-Test kann sich anfühlen wie ein Schlag ins Gesicht. Die Gedanken überschlagen sich, Fragen tauchen auf, manchmal auch Wut, Angst oder das Gefühl totaler Einsamkeit. Aber: Du bist nicht allein! Denn es gibt Menschen, die wissen, wie sich dieser Moment anfühlt, weil sie selbst schonmal dort waren.
Genau deshalb gibt es buddy.hiv.
Was ist buddy.hiv?
Das Buddy-Projekt der Deutschen Aidshilfe wurde von Menschen mit HIV für Menschen mit HIV entwickelt. Seit einem Jahrzehnt vermittelt die Plattform bundesweit Kontakte zwischen Menschen, die frisch HIV-positiv getestet wurden, und solchen, die schon länger mit der Diagnose leben.
Ein Buddy ist kein Arzt und kein Therapeut, aber jemand, der die Diagnose und das Leben danach kennt und zeigen kann, dass dieses Leben gut, erfüllt und selbstbestimmt sein kann. Gemeinsam können Menschen offen, vertraulich und auf Augenhöhe über alles sprechen, was siebewegt.
Über 113 Buddys haben bisher mitgearbeitet und mehr als 1.000 Menschen wurden begleitet.
Wer kann einen Buddy bekommen?
Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die frisch HIV-positiv getestet wurden – ganz unabhängig von Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung. Derzeit sind mehr als 40 speziell geschulte Buddys, aus den unterschiedlichsten Lebenswelten und Altersgruppen, aktiv. Die Website ermöglicht eine regionale Eingrenzung der Suche.
Die Kontaktaufnahme erfolgt per E-Mail, direkt und unkompliziert. Alle Gespräche sind selbstverständlich vertraulich.

Welche Themen können Buddys begleiten?
Nach der Diagnose können viele Fragen auftauchen. Manche sind eher praktisch, manche sehr persönlich. Kann ich weiterarbeiten? Kann ich noch Kinder bekommen? Darf ich noch Sex haben? Wem sage ich es und wem nicht? Wie gehe ich mit Wut um, wenn ich weiß, wer mich angesteckt hat? Wie finde ich spezialisierte Ärztinnen und Ärzte oder Selbsthilfegruppen?
Buddys geben dazu keine medizinischen oder rechtlichen Ratschläge, aber sie teilen ihre persönlichen Erfahrungen, hören zu und können in dieser neuen, herausfordernden Lebenssituation eine große Stütze sein.
Im Fall von Diskriminierung, zum Beispiel im Job oder im Alltag, kann sich auch an einen Buddy gewandt werden. Zusätzlich unterstützt die Kontaktstelle hiv-diskriminierung.de.
Selbst Buddy werden
Wer die eigene Diagnose bereits verarbeitet hat und anderen Menschen Orientierung geben möchte, kann selbst Buddy werden. Voraussetzung ist die Teilnahme an einer Schulung, die an zwei Wochenenden stattfindet und Kommunikationstraining, HIV-Grundlagenwissen sowie den Umgang mit Stigmatisierung und Schuldzuweisungen umfasst.
Weitere Infos und Anmeldung: [email protected]

Gemeinsam statt allein
HIV ist heute gut behandelbar. Die meisten Menschen mit HIV führen ein langes, selbstbestimmtes Leben. Manchmal braucht es am Anfang einfach jemanden, der das aus eigener Erfahrung bestätigt.





