Safer Sex bedeutet: Sex so gestalten, dass das Risiko einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) oder einer ungewollten Schwangerschaft so gering wie möglich ist. Es geht nicht um Angst – sondern um bewusste Entscheidungen. Und darum, Verantwortung für dich und deine Sexualpartner oder Sexualpartnerinnen zu übernehmen.
Auf dieser Seite erfährst du, welche Methoden es gibt, wie sie funktionieren und was zu dir und deinem Leben passt.

Dein direkter Schutz
Schutzmethoden verhindern den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Schleimhäuten – und reduzieren damit das Übertragungsrisiko von STI deutlich.
Kondom
Das Kondom ist nach wie vor die Methode, die am weitesten verbreitet ist und am besten erforscht wurde. Richtig angewendet schützt es vor HIV sowie vor anderen STI wie Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis.
- Für Anal-, Vaginal- und Oralsex geeignet
- Am besten mit einem wasserbasierten Gleitgel verwenden, um Beschädigungen zu vermeiden
- Vor dem Sex überziehen – nicht erst kurz vor dem Orgasmus
- Luftblase am Ende ausdrücken, Kondom ausrollen – bis ganz unten
- Ablaufdatum und Zertifizierung (CE-Kennzeichen) prüfen
Femidom (Inneres Kondom)
Das Femidom wird vaginal oder anal eingeführt und bietet – wie das äußere Kondom – Schutz vor STI und Schwangerschaft.
- Kann bereits vor dem Sex eingesetzt werden
- Auch latexfrei erhältlich – eine gute Alternative bei Latexallergie
- In Apotheken und Online-Shops erhältlich
Lecktuch (Dental Dam)
Das Lecktuch ist ein dünnes Latexstück, das beim Oralverkehr (Cunnilingus oder Anilingus) zwischen Mund und Genitalien gelegt wird. Es schützt vor Infektionen wie HPV, Herpes und Syphilis.
- In Apotheken, Drogerien und online erhältlich
- Alternativ: ein Kondom aufschneiden und auseinanderlegen
- Nicht überziehen oder umdrehen – immer dieselbe Seite verwenden
Wichtig zu wissen
- Kein Schutzmittel bietet 100-prozentige Sicherheit – aber alle können das Risiko einer Infektion jedoch erheblich verringern
- Schutzmethoden sind besonders wirksam gegen Infektionen, die über Körperflüssigkeiten übertragen werden, z.B. HIV, Chlamydien und Gonorrhö
PrEP und PEP: Medikamentöser Schutz vor HIV
PrEP – Prä-Expositions-Prophylaxe
Die PrEP ist ein Medikament, das HIV-negative Personen einnehmen, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Sie wird als Tablette eingenommen – entweder täglich oder rund um Risiken.
Die PrEP ist seit 2019 in Deutschland für Personen mit erhöhtem HIV-Risiko als Kassenleistung verfügbar. Bei richtiger Einnahme schützt sie zuverlässig vor HIV, jedoch nicht vor anderen STI. Regelmäßige STI-Tests bleiben daher wichtig.
- Verschreibungspflichtig – erhältlich nach Beratung und Verordnung durch HIV-Schwerpunktpraxen oder Praxen für sexuelle Gesundheit
- Auch Gesundheitsämter, HIV-Beratungsstellen und Aids-Hilfen bieten Informationen und Beratung an
- Während der Einnahme der PrEP sind regelmäßige HIV-Tests und eine Überprüfung der Nierenfunktion wichtig
PEP – Post-Expositions-Prophylaxe
Die PEP ist eine Notfallmaßnahme nach einem möglichen HIV-Risikokontakt. Sie muss so früh wie möglich nach dem Kontakt begonnen werden – spätestens 48 Stunden danach – und wird 28 Tage lang eingenommen.
- Die PEP ist kein Ersatz für Safer Sex
- Im Notfall sofort handeln: Notaufnahme, HIV-Schwerpunktpraxen oder Praxen für sexuelle Gesundheit kontaktieren
Hier findest du vertiefte PrEP/PEP-Informationen.
Impfungen: Vorsorge, die schützt
Einige STI können durch Impfungen verhindert werden. Impfungen sind eine aktive Entscheidung für deine Gesundheit – und die deiner Partner und Partnerinnen.
HPV-Impfung
Humane Papillomviren (HPV) sind die häufigsten sexuell übertragbaren Viren weltweit. Bestimmte Typen können verschiedene Krebsarten (z. B. Gebärmutterhals-, Anal-, Penis- sowie Mund- und Rachenkrebs) und Genitalwarzen verursachen. Die Impfung schützt vor den Hochrisiko-HPV-Typen.
- Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren, idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr
- Nachholimpfung bis zum 17. Lebensjahr als Kassenleistung
- Auch im Erwachsenenalter ist eine Impfung möglich; Beratung erfolgt bei der Hausärztin oder dem Hausarzt
Hepatitis A und B
Hepatitis A und B sind Leberinfektionen, die sexuell übertragen werden können. Beide Infektionen sind durch Impfung vermeidbar.
- Die Hepatitis-B-Impfung ist Teil der STIKO-Standardimpfungen im Kindesalter
- Für Risikogruppen werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen; eine Beratung erfolgt in der ärztlichen Praxis.

Testung: Wissen schützt
Wer Risikosex hat, sollte sich beraten lassen – auch ohne Infektionssymptome. Viele STI verlaufen zunächst ohne Beschwerden und werden nur durch einen Test erkannt. Frühzeitig erkannte Infektionen lassen sich in der Regel gut behandeln.
Wie oft testen?
- Nach einem möglichen Risikokontakt immer testen lassen
- Bei häufig wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern: mindestens einmal jährlich testen lassen
- Bei erhöhtem Risiko (z. B. MSM oder Menschen unter PrEP): alle 3 Monate testen lassen
- Bei einem Partnerwechsel ist ein Test ebenfalls empfehlenswert
Was testen lassen?
- HIV (Kombinationstest, ab 6 Wochen nach Risikokontakt aussagekräftig)
- Chlamydien und Gonorrhoe (Urin oder Abstrich)
- Syphilis (Bluttest)
- Hepatitis B und C (Bluttest, ab 6 Wochen bis 6 Monaten nach Risikokontakt)
- HPV (nur bei Frauen im Rahmen der frauenärztlichen Vorsorge)
Wo testen lassen?
- Hausärztlich, bei der Frauenärztin / dem Frauenarzt oder beim Urologen / der Urologin sowie in HIV-Schwerpunktpraxen
- Gesundheitsämter (anonym und oft kostenlos)
- AIDS-Hilfen (bzw. in Checkpoints) sowie HIV-Beratungsstellen, die auch Schnelltests anbieten
STI – keine Schande
- Sexuell übertragbare Infektionen können alle Menschen treffen
- Sich testen zu lassen, ist ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein
- Viele STI sind heute sehr gut behandelbar. Bei frühzeitiger Diagnose, guter Adhärenz zur wirksamen Behandlung können Menschen mit HIV heute eine normale Lebenserwartung erreichen
Kommunikation: Reden macht’s besser
Safer Sex fängt vor dem Sex an – mit dem gemeinsamen Gespräch. Offen über Schutz zu sprechen, ist keine Spaßbremse, sondern ein Zeichen von Respekt und Vertrauen.
- Sprich frühzeitig an, welche Schutzmethoden du nutzen möchtest
- Frage, wann dein Sexpartner / deine Sexpartnerin zuletzt einen STI-Test gemacht hat
- Triff gemeinsame Vereinbarungen – z. B. über Schutzmöglichkeiten

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Weiterführende Inhalte auf mitsicherheitbesser.de


